Deutschland ist an allem schuld!

 

von Nicole Molnar-Rohrböck -

Rüsselsheim – In Italien werden antideutsche immer lauter. Silvio Berlusconis Medien heitzen die Ressentiments an. Sie kommen dem Populisten zupass, schließlich ist bald Wahlkampf. Berlusconi sei mit Merkel ganz dicke tönte er, als er noch Italien regierte.

es war einmal... Quelle:Bellenews

es war einmal… Quelle:Bellenews

Nun schlägt er und die italienische Zeitung Il Giornale ganz andere Töne an. Inmitten der Euro-Krise haben die Italiener Ihrem Unmut über Deutschland freien Lauf gelassen: Italien befinde sich nicht mehr in Europa, sondern im “Vierten Reich”, titelte die Zeitung, die Paolo Berlusconi, dem Bruder des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gehört. Das Titelfoto zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie sie die rechte Hand hebt. “Heil Angela”, heißt es in der Bildunterschrift.

“Das Nein Merkels und Deutschlands lässt uns und Europa in die Knie gehen”, schreibt der Kommentator in Il Giornale im Hinblick auf die Haltung Deutschlands, den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank abzulehnen. “Gewonnen hat Deutschland, verloren haben Italien, Europa, der Euro.”

Deutschland verschließt sich gemeinsam mit Finnland und den Niederlanden dieser Notmaßnahme. Großbritannien, die USA und die südlichen Krisenstaaten Europas befürworten dagegen einen solchen Ankauf. Zentralbankchef Mario Draghi hatte vergangenen Donnerstag angedeutet, dass er dies derzeit nicht vorhat, den Ankauf aber nicht kategorisch ausschließt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Il Giornale Angela Merkel beleidigt und mit Nazi-Vergleichen arbeitet.

Als bekannt wurde, dass Merkel zu Beginn des Jahres den Rücktritt Berlusconis befürwortet hatte, machte Il Giornale mit dem Titel “Es war die Fettärschige!” auf.

Nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia vor Sizilien im Januar war ein Streit zwischen dem Il-Giornale-Chefredakteur und einem Spiegel-Autor entbrannt. Der hatte in einer Kolumne geschrieben, es sei wenig überraschend, dass mit dem Kapitän Francesco Schettino ein Italiener das Schiff auf Grund setzte.

Il Giornale konterte mit dem Schock-Titel “Wir haben Schettino, ihr habt Auschwitz” – und das am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers. Harte Worte aber vielleicht auch angebracht ?

 

Ein Kommentar

  1. Das ist leider so und wir werden noch Jahre damit leben müssen.Aber irgendwann reicht es auch .