3. März 2012 – 17:46:21 | 0 Kommentare

von Tom Rohrböck -
Berlin – Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch ist nicht nur ein bundesdeutscher Politiker der besonders sympathischen Art, er ist auch ein Fachmann der Nationalökonomie … und damit eine echte Rarität im Deutschen Bundestag. …

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Warum nicht auch mit Geo-Engineering gegen die Klimakatastrophe handeln?

Verfasser: am 31. Januar 2012 – 09:09:460 Kommentare

Slobodan Cvetkovic, Kommerzienrat Konrad Steindl (ÖVP) und Tom Rohrböck

Slobodan Cvetkovic, Kommerzienrat Konrad Steindl (ÖVP) und Tom Rohrböck

Würzburg- Der Weltklimarat zeichnet düstere Prognosen für die kommenden Jahrzehnte: Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme, Dürren und daraus resultierende Hungersnöte bedrohten weite Teile der Erde. Der globalen Erderwärmung könne kaum noch Einhalt geboten werden. Was ist zu tun?

Die Politik ist überfordert. Innerhalb vieler Staaten wird über mögliche Maßnahmen heftig diskutiert. In anderen Ländern wie beispielsweise den USA wird gar der Klimawandel an sich in Frage gestellt. Doch sollten wir nicht zu hart im Urteil mit unseren Politikern sein. Auch diese können nur entscheiden, was wissenschaftlich und ökonomisch möglich ist.

Deutschland wagt die Energiewende weg von den sicher nicht unbedenklichen Atomkraftwerken und hin zu erneuerbaren Energieformen. Doch belügten wir uns nicht selbst, müssten wir zugeben, dass der Weg zur Energiewende und Abschaltung der Nuklearmeiler nur über ein Mehr an Kohle-/Gaskraftwerken erreicht werden kann. Andernfalls drohen uns gefährliche Spannungsschwankungen im Stromnetz oder gar regionale Stromausfälle. Sicherlich wäre auch der pharisäische Lösungsansatz denkbar, Atomstrom künftig aus Frankreich oder Polen zu importieren. Diese “Alternative” könnte womöglich das Klima begünstigen, doch als deutsche Stromverbraucher kämen wir uns bei horrenden Energiewenden-Strompreisen mächtig benachteiligt vor.

Politische Geisterfahrer beschwören als weiteren Lösungsansatz den Verzicht auf wirtschaftliches Wachstum. Verfolgt man deren Argumentation, so sei grenzenloses Wachstum an sich schon eine Art “Krebsgeschwür an der menschlichen Gesellschaft”. Doch die medizinische Erklärung ist natürlich Quatsch. Jeder halbwegs gebildete Nationalökonom könnte erklären, dass wir uns volkswirtschaftliches Wachstum nicht bildlich als ein Mehr an Kraftwerken und Industrieanlagen vorstellen dürfen. Wir werden nicht dicker, sondern mit dem Wachstum schlanker und gesünder. Das statistische Wachstum drückt ein Plus an Lebensqualität aus. Erst mit dem wirtschaftlichen Wachstum kamen wir aus der beinahe steinzeitlichen Dreifelderwirtschaft zu der Produktivität, die uns zumindest in weitesten Teilen der Welt den Hunger überwinden ließ. Auch der Dreck der industriellen Revolution in Luft und Gewässern wurde durch die Wirtschaftskraft des Wachstums zurückgedrängt. Die Telekommunikation evolutionierte im smarten Wachstum vom Laufboten über den Postreiter zu heutigen Mobiltelefonen, sms und e-mails. In der Geschwindigkeit, in der unser Wissen explodiert, generieren wir auch Wachstum. Und genau hier liegt der Denkansatz, der uns weitere Umweltprobleme in den Griff bekommen lässt. Wir brauchen ein Mehr an wissenschaftlicher Forschung! Gerade die Grundlagenforschung ist eine originäre Aufgabe des Staates. Unternehmen können später für die Finanzierung daraus resultierender Entwicklungen sorgen. Doch zunächst einmal brauchen wir die Grundlagenforschung in allen nur denkbaren Bereichen.

Als Ingenieur und Investor, als Journalist machen sich die Autoren des Artikels stets Gedanken darüber, wie man aus wissenschaftlichen Neuerungen Kapital schlagen kann. So führten uns unsere Überlegungen auch zum Geo-Engineering. Auf der Suche nach einem deutschen Wort möchten wir es mit Geo-Ingenieurswissen beschreiben. Die Klimapolitik steckt in einer Sackgasse. Dagegen werden unter seriösen Wissenschaftlern längst Konzepte diskutiert, die katastrophalen Klimafolgen mit naturwissenschaftlichen Mitteln abzuschwächen oder gar zu verhindern. Theoretisch ist es sicher möglich den Kohlenstoffkreislauf zu beeinflussen. Auch der Strahlungshaushalt der Erde ist denkbar regelbar. Die durch den Menschen verursachte unabsichtliche Klimaverschmutzung könnte absichtlich wieder bereinigt werden.

Eine greifbare Strategie wäre die Aufforstung weiter Landstriche. Bäume, Algen und andere Pflanzen binden auf natürliche Art und Weise den Kohlenstoff, den wir über das Verheizen von Kohle, Erdgas oder Öl in die Atmosphäre verfeuert haben. Auch durch die Beschleunigung der Verwitterung von Gesteinen oder die Eisendüngung von großen Gewässern könnte Kohlenstoff in Unmengen gebunden werden. Mit diesen Maßnahmen gegen die CO2-Konzentration als Motor des Treibhauseffekts, wäre eine Lösung denkbar.

Renommierte Wissenschaftlicher machen sich aber auch Gedanken wie man zwischen der eingehenden solaren und ausgehenden terrestrischen Strahlung eine Balance finden kann. Schon das Weissen weiter Flächen der Erdoberfläche (aufhellende Bemalung von Straßen und Dächern) oder künstliche Wolken könnten greifbare Ergebnisse liefern. Auch die Installation gewaltiger Spiegelfelder dürfte überschüssige, gefährliche Sonnenstrahlung regulieren und in den Weltraum zurückschicken. Wir könnten auch aus der Wirkung von Vulkanausbrüchen lernen. Schwebeteilchen in den obersten Schichten der Atmosphäre wären wirksam. Es wäre möglich Schwefel-Aerosole in diese Höhen zu schießen. Die künstliche Wirkung einer Vulkaneruption ist dann machbar.

Alles ist denkbar! Letztendlich folgt eine Kosten-Nutzen-Rechnung in einer prosperierenden Volkswirtschaft. Ist es wirtschaftlicher und damit vernünftiger Umweltverschmutzung nur einzubremsen oder entstandene Umweltverschmutzung auch wieder zu reinigen? Eine Melange aus beiden Lösungen ist der richtige Weg!

Insofern werden wir den Lösungsansatz des Geo-Ingenieurswissen mit Verve weiterverfolgen.

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