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Natürlich.kolume! – Die Atomenergie

Verfasser: am 8. Juni 2010 – 14:39:042 Kommentare

Beschert sie uns eine strahlende Zukunft?

Foto: Joujou/pixelio.de

Aktuell gibt es in der Bundesrepublik Deutschland zwölf Kernkraftwerke mit insgesamt 17 Reaktorblöcken. Wenn man dies mit dem europäischen Nachbarn Frankreichs vergleicht, die ihren Strom zu 70% aus Atomkraft beziehen, wird deutlich, dass Deutschland wenig Atomkraft nutzt. Immer wieder sind die Kernkraftwerke der Mittelpunkt erhitzter Debatten.

Vor den energetischen Problemen der Zukunft reicht es aber nicht aus, bei der Kernkraft ein Schwarz-Weiß-Denken an den Tag zu legen. Die Vor- und Nachteile müssen genau abgewogen werden.

Ein großer Vorteil der Kernkraft ist, dass sie keinerlei Schadstoffemission, außer beim Bau der Anlagen, verursacht. Bei immer weiter anwachsender Weltbevölkerung ist es sehr wichtig, die Umweltbelastung auf ein Minimum zu reduzieren. Daher sind schadstoffarme Energiegewinnung immer vorteilhaft.

Die Energieeffizienz bzw. der -gehalt von radioaktiven Stoffen wie Uran ist etwa 2,5-Millionen mal höher von Steinkohle. Man kann also mit relativ wenig Ausgangsmaterial viel Energie erzeugen. Dadurch wird die Kernkraft sehr attraktiv.

Foto: Volker Wiedemann/pixelio.de

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Es bestehen aber große Nachteile bei der Atomkraft. Größtes Problem dürften die Lagerungsprobleme der Abfallprodukte sein. Sie sind zum Teil hoch radioaktiv. Gelangen diese in die Umwelt, können große Schäden entstehen. Bekommen die falschen Personen die Abfallprodukte in die Hand, könnte man die Stoffe für den Bau von Atomwaffen nutzen. Dadurch müssen hohe Sicherheitsmechnismen aufrecht erhalten werden, wodurch die Herstellung automatisch teurer wird.

Aktuell werden die Abfallprodukte in Salzstöcken wie z.B. Gorleben zwischengelagert. Durch die teileweise hohen Halbwertszeiten (Uran bis zu 4,5 Mrd. Jahren) wird die Lagerung sehr sehr kostspielig. Die Abfallprodukte stellen somit eine hohe Belastung für die Natur dar. Das kann nicht das Ziel einer intelligenten Energiegewinnung sein.

Der Rohstoff Uran ist zudem endlich. Wenn man den Verbrauch etwas drosseln würde, stünde Uran maximal noch 60 Jahre zur Verfügung. Also muss man innerhalb der nächsten Jahrzehnte eine vergleichbare Energieform finden. Die Zeit drängt also.

Durch fehlende Sicherheitsstandarts kommt es in einigen Ländern oft zu Zwischenfällen. Diese können im schlimmsten Fall enden wie Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Dadurch entstehen wieder hohe Umweltbelastungen.

Die Menschheit wird noch einige Jahre auf die Atomkraft angewiesen sein. Sie kann auf Grund ihrer effizienten Energiegewinnung günstig Strom produzieren. Dadurch ist sie attraktiver als Windkraft oder Kohle. Doch die Nachteile sind sehr schwerwiegend. Im Umfeld von Kernkraftwerken sind höhere Krebserkrankungen festgestellt worden. Auch können die Mitarbeiter in Kraftwerken eher an Krebs erkranken.

Die die möglichen Folgen von Sicherheitslecks können große Schäden angerichtet werden. Dadurch werden die Vorteile wett gemacht. Es kann nicht unser Ziel sein, die Umwelt noch mehr zu belasten, als jetzt schon. Wir müssen die Forschung in weitere Energieformen intensivieren und somit unsere aktuelle Abhängigkeit von der Atomkraft beseitigen. Wenn wir unseren Energiemix heute atomfrei gestalten würden, würde er noch teurer werden, als er schon jetzt ist. D.h. wir müssen die Atomkraft als Brückenenergie verstehen. Sie ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber eine bessere Energiegewinnung haben wir aktuell nicht.

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