31. Januar 2012 – 09:09:46 | 0 Kommentare

Würzburg- Der Weltklimarat zeichnet düstere Prognosen für die kommenden Jahrzehnte: Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme, Dürren und daraus resultierende Hungersnöte bedrohten weite Teile der Erde. Der globalen Erderwärmung könne kaum noch Einhalt geboten werden. Was ist zu …

weiterlesen »
Exclusiv

Berichte von Veranstaltungen, Gespräche oder Stellungnahmen zu wichtigen aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Medien.

Politik

Wichtige Themen, Thesen oder Diskussionen aus allen Bereichen der Tagespolitik aus Deutschland und Österreich.

Wirtschaft

Analysen, Hintergrundwissen zu aktuellen Sachverhalten und Gespräche mit Spitzenvertretern aus Deutschland und Österreich.

Zur Debatte gestellt

Brisante Aussagen, provokante Thesen oder interessante Ideen von Lesern oder Vertretern der Politik, Wirtschaft und Medien

Medien

Berichte über neueste Entwicklungen der Medienlandschaft in Deutschland und Österreich

Start » Im Gespräch

Scheinbar gute Stimmung in Hessen

Verfasser: am 21. Februar 2010 – 12:57:450 Kommentare

Auf leisen Sohlen

Astrid Wallmann (CDU), Tochter des ehemaligen Wiesbadener Bürgermeisters Wilhelm Wallmann und Nichte des früheren hessischen Ministerpräsidenten Walter Wallmann ist das frische Gesicht der CDU-Landtagsfraktion in Hessen. Sie taktiert noch sehr verhalten. Doch wer ein Gefühl für sichabzeichnende politische Entwicklungen hat, kann spüren, welche Karriere in und für die Union sich hier abzeichnet.

Wallmann ist in der hessischen CDU ein großer Name. Es war Walter Wallmann gewesen, der als langjähriger und weichenstellender Frankfurter Oberbürgermeister, späterer Bundesumweltminister und dann hessischer Ministerpräsident die Union im traditionell „roten Hessen“ erstmals an die Macht führte. Ohne die Pionierarbeit des bürgerlich-liberalen Wallmann wäre die Geschichteeines Roland Koch nie denkbar gewesen.

Nun folgt Astrid Wallmann den Spuren ihrer Familie und lässt schon erahnen, dass sie nicht nur bei der Bildungspolitik und dem Thema der inneren Sicherheit Akzente für ihre Partei setzen will.Astrid Wallmann ist als eine der ersten ihrer Landtagskollegen voll und ganz im Geist einer CDU/FDP-Landesregierung angekommen. Sie steht für diesen Kurs wie dereinst ihr Onkel.

frei.gesagt!: „Frau Wallmann, Ihre politischen Themenschwerpunkte liegen bei Fragen der inneren Sicherheit und der Bildungspolitik. Beides sind Themen, bei denen Ihre Partei in den Koalitionsverhandlungen mit der kraftstrotzenden FDP viel Entgegenkommen aufbringen musste. Hat es die CDU-Landtagsfraktion schon besser verkraftet, mit Dorothea Henzler eine akzentuiert liberale Kultusministerin im neuen Kabinett Koch/Hahn mittragen zu müssen?“

Wallmann: „Mittragen „müssen“ ist unzutreffend. Die CDU-Hessen hat in dem vergangenen und für Hessen verlorenen Jahr vehement für diese stabile Koalition gekämpft. Frau Henzler leistet bislang, wie die gesamte Landesregierung, eine sehr gute Arbeit. Im Übrigen finden in diesem Koalitionsvertrag eben zwei Parteien zusammen, die dann gemeinsam einen politischen Kurs bestimmen. So wie wir die drei liberalen Staatsminister unterstützen, so stützt ja auch die FDP-Landtagsfraktion die Kabinettmitglieder aus unseren Reihen. Das Klima in der Koalition ist sehr partnerschaftlich!“

frei.gesagt!: „Und doch hat Frau Henzler angekündigt „bahnbrechende Reformen des hessischen Bildungssystems“ durchzusetzen. Scheinbar muss nach den fünf Jahren einer CDU-Alleinregierung in Hessen und den besonderen Verhältnissen des Jahres 2008 so einiges schief gelaufen sein?“

Wallmann: „Zur Profilbildung – und nicht nur in der Bildungspolitik – eignen sich eben bisweilen drastische Formulierungen. Tatsächlich ist Hessen schon lange auf einem guten Weg. Wir wissen , dass wir gerade Schülern und Auszubildenden aus sozial schwachen Familien echte Zukunftschancen verschaffen müssen. Wir haben daher das erfolgreiche Projekt SchuB ins Leben gerufen, um die schulischen und beruflichen Perspektiven der Schülerinnen und Schüler zuverbessern. Die Koalition hat vereinbart, SchuB auszuweiten. Wir werden auch die Kooperation von Haupt- und Realschulen mit den Berufsschulen ausbauen.“

frei.gesagt!: „Es gibt inzwischen nicht wenige Handwerksbetriebe, die bei der Suche nach Auszubildenden Hauptschüler schon gar nicht mehr berücksichtigen. Grundlegende Kenntnisse in Deutsch und Mathematik seien da gar nicht mehr vorhanden. Die FDP hatte im Wahlkampf noch angekündigt ein verpflichtendes Vorschuljahr in Hessen einführen zu wollen, das den zukünftigen Schülern vor allem den Umgang in einem gepflegten Deutsch nahe bringen soll. Doch mit diesem Vorschlag kam die FDP gegenüber der CDU nicht durch. Warum?“

Wallmann: „In der Sache ist es vollkommen richtig, die Startchancen aller Kinder zu Beginn der Grundschulzeit deutlich zu verbessern. Ich begrüße es daher, dass CDU und FDP in ihrer Koalitionsvereinbarung das letzte Kindergartenjahr zu einem besonderen Schulvorbereitungsjahr aufwerten wollen. Vor diesem Jahr wird die Schuleingangsprüfung durchgeführt, damit Förderprogramme individuell auf die Kinder abgestimmt werden können. Unsere bisherigen Vorlaufkurse werden in dieses Schulvorbereitungsjahr integriert. Unser Augenmerk gilt dabei den kognitiven Fähigkeiten, dem Sozialverhalten und der Sprachkompetenz.“

frei.gesagt!: „Unser Staat leistet sich gewaltige Leistungstransfers, um den Lebensalltag sozial Schwacher und mit ihrem Lebenslauf gestrandeter Biografien zu alimentieren. Wieso versteht man es nicht als sozialere Errungenschaft, jedem einen chancenreicheren Start in sein Leben zu verschaffen?“

Wallmann: „Wir in der CDU wissen, dass neben den intakten Familien gerade Alleinerziehende unsere Unterstützung brauchen. Unser Ziel ist, dass Kinder, vor allem auch Kinder aus benachteiligten Familien zusätzliche Bildungsangebote erhalten. Daher bauen wir das Angebot an Ganztagsschulen weiter aus. Der Staat muss zudem Bildungswege eröffnen, ohne aber in eine Gleichmacherei zu verfallen. Jedes Kind soll nach unseren Vorstellungen in unserem Schulsystem optimal individuell gefördert werden. Wir legen aber auch seit Jahren einen Schwerpunkt auf die Ausweitung der Betreuungsangebote der unter Dreijährigen.“

frei.gesagt!: „Nach dem Amoklauf von Winnenden wird über Verbote von sogenannten PC-Killerspielen und Einschränkungen des Schusswaffenbesitzes lautstark diskutiert. Muss der Staat jetzt rasch reagieren?“

Wallmann: „Ich persönlich begrüße den Vorschlag unseres Innenministers Volker Bouffier, Killerspiele zu verbieten. Die Prüfung der nun aufgeworfenen Fragestellungen halte ich für dringend notwendig, warne aber vor reinem politischem Aktionismus.“

Kommentar verfassen!

Trackback | Kommentar RSS